Bernstein, Aaron, Naturwissenschaftliche Volksbücher, Bd. 17-21, 1897

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34329 wir hier vorführen, wenn wir den Gang, den die Wiſſenſchaft
gegenwärtig einſchlägt, näher kennen lernen wollen.
VIII. Das Weſen der Wärme.
Die Vorſtellung von einem exiſtierenden Wärmeſtoff erhielt
in der Wiſſenſchaft die tiefſte Erſchütterung durch die ſeit einem
Jahrhundert fortgeſchrittene und immer klarer werdende Lehre
von dem Lichte.
In früheren Zeiten konnte man ſich auch beim Lichte nicht
von dem Gedanken losmachen, daß es ein feiner Stoff ſei,
welcher ſich ſtrahlenförmig von den leuchtenden Körpern aus
nach allen Seiten verbreitet.
Es erhoben ſich wohl auch
Gegner, welche dieſe Anſchauung bekämpften und auf die
richtige Idee hinwieſen, daß das Licht nur aus Schwingungen
eines Äthers beſtehe, welcher den Raum erfülle, und daß dieſe
Schwingungen ſich ebenſo fortpflanzen, wie der Schall in den
Schwingungen der Luft;
allein die Lehre von dem materiellen
Lichtſtoff bot für die mathematiſche Betrachtung und Behand-
lung eine außerordentliche Bequemlichkeit dar, welche der
Schwingungslehre abgeht.
Es iſt in der That mathematiſch
ſehr leicht, ſich vorzuſtellen, wie ein materielles Lichtteilchen ſich
in gerader Linie von der Sonne herab bewege und an irgend
einen Körper anpralle und zurückgeſchleudert oder unter Um-
ſtänden vom gradlinigen Wege abgelenkt werde.
Es erfordert
einen viel geringeren Grad von mathematiſchen Kenntniſſen,
um ſich gewiſſe Naturvorgänge durch gerade Linien zu ver-
ſinnlichen, als durch Wellen-Bewegungen, welche hohlkugel-
artig ihre Schwingungen fortpflanzen.
Darum hat denn auch
die materielle Licht-Theorie, obgleich ſie an phyſikaliſche

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