Bernstein, Aaron, Naturwissenschaftliche Volksbücher, Bd. 17-21, 1897

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34430 möglichkeiten grenzte, lange Zeiten ihre Anhänger gefunden,
bis ſich große Mathematiker darüber hermachten und nicht bloß
die Wellentheorie gründlich durcharbeiteten und alle verſchiedenen
Lichterſcheinungen durch ſie erklärten, ſondern auch viele Ver-
ſuche zeigten, welche der materiellen Lichttheorie wider-
ſprechen.
Kaum war aber die Lehre von einem exiſtierenden Licht-
ſtoff beſeitigt, als auch die Lehre von einem vorhandenen
Wärme-Stoff aufing unhaltbar zu werden.
Die nahe Ver-
wandtſchaft von Licht und Wärme lag augenſcheinlich vor.
Die Unterſuchungen des Naturforſchers Melloni wieſen über-
zeugend nach, daß eben dieſelben Erſcheinungen, welche das
Licht in verſchiedenen Experimenten zeigt, auch bei der Wärme
dargeſtellt werden können.
Wärme läßt ſich eben ſo gut wie
Licht durch Spiegel zurückwerfen;
Wärme wird durch ein
Prisma von Steinſalz eben ſo gut von ihrem geraden Wege
abgelenkt, wie Licht durch ein Prisma von Glas.
Eben ſo
gut, wie es Körper giebt, welche für Licht durchſichtig ſind,
eben ſo giebt es Körper, welche hauptſächlich Wärme durch
ſich hindurchlaſſen.
Alle Erſcheinungen der Beugung und der
Brechung des Lichts können auch unter geeigneten Vorrichtungen
von der Wärme nachgewieſen werden.
Und bei all dieſen Ver-
ſuchen hat Melloni ſtets nur ſolche Wärme angewandt, welche
nicht zugleich auch leuchtet, wie z.
B. erwärmte, aber nicht
glühende Metalle, Gefäße, in welche warmes Waſſer hinein-
gegoſſen wurde, ſo daß es bald zweifellos feſtſtand, daß Wärme
zwar etwas anderes ſei als Licht, aber doch ganz und gar in
ſeinen Erſcheinungen der Natur des Lichtes entſpreche.
Und dennoch konnte man ſich wiſſenſchaftlich immer noch
nicht entſchließen, den Wärme-Stoff aufzugeben, obwohl man
den Lichtſtoff längſt über Bord geworfen hatte.
Der Grund
hiervon lag darin, daß man zwei Arten von Wärme wahrnahm,
von welchen die eine, die ſtrahlende Wärme, ganz gut

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