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Himmelskörper wohl eine Zeit brauchen werde, um durch die
Fernen des Weltraumes zu dringen. Die Akademie zu Florenz
ſetzte daher einen Preis aus für die Löſung der Frage; allein
die Löſung ſchien ſich der menſchlichen Erkenntnis ganz entziehen
zu wollen. Wie ſollte man es auch anſtellen, Geſchwindigkeiten,
das heißt Raum-Veränderungen in Zeitteilen zu meſſen, wo
vorausſichtlich ganz unbegreiflich große Räume in unglaublich
kleinen Zeiten durchſchritten werden?
Fernen des Weltraumes zu dringen. Die Akademie zu Florenz
ſetzte daher einen Preis aus für die Löſung der Frage; allein
die Löſung ſchien ſich der menſchlichen Erkenntnis ganz entziehen
zu wollen. Wie ſollte man es auch anſtellen, Geſchwindigkeiten,
das heißt Raum-Veränderungen in Zeitteilen zu meſſen, wo
vorausſichtlich ganz unbegreiflich große Räume in unglaublich
kleinen Zeiten durchſchritten werden?
Da hat denn ein däniſcher Naturforſcher, Olav Römer,
zu Paris im Jahre 1675 die intereſſante Entdeckung gemacht,
daß der Himmel ſelber ſo gnädig ſei, die Preisaufgabe durch
ein ſehr häufiges Experiment zu löſen, und wir keines Verſuches,
ſondern nur des Verſtändniſſes der Erſcheinungen bedürfen,
um die Löſung zu begreifen.
zu Paris im Jahre 1675 die intereſſante Entdeckung gemacht,
daß der Himmel ſelber ſo gnädig ſei, die Preisaufgabe durch
ein ſehr häufiges Experiment zu löſen, und wir keines Verſuches,
ſondern nur des Verſtändniſſes der Erſcheinungen bedürfen,
um die Löſung zu begreifen.
Olav Römer ſtellte nämlich mit Caſſini (1625—1712) auf
der Sternwarte zu Paris Beobachtungen an. In damaliger Zeit
war die größte Aufmerkſamkeit auf den Planeten Jupiter gerichtet,
deſſen vier Monde ſofort nach Entdeckung und Gebrauch des
Fernrohrs das Staunen aller Welt hervorriefen. Nun hatte
Galilei, der Entdecker dieſer Monde, bereits im Jahre 1610
bemerkt, daß jeder dieſer Monde, wenn er zwiſchen Sonne und
Jupiter ſteht, einen Schatten auf Jupiter werfe, und eben ſo
jeder dieſer Monde verfinſtert und unſichtbar werde, ſobald er
in ſeinem Umlauf um Jupiter in deſſen Schatten gerät.
der Sternwarte zu Paris Beobachtungen an. In damaliger Zeit
war die größte Aufmerkſamkeit auf den Planeten Jupiter gerichtet,
deſſen vier Monde ſofort nach Entdeckung und Gebrauch des
Fernrohrs das Staunen aller Welt hervorriefen. Nun hatte
Galilei, der Entdecker dieſer Monde, bereits im Jahre 1610
bemerkt, daß jeder dieſer Monde, wenn er zwiſchen Sonne und
Jupiter ſteht, einen Schatten auf Jupiter werfe, und eben ſo
jeder dieſer Monde verfinſtert und unſichtbar werde, ſobald er
in ſeinem Umlauf um Jupiter in deſſen Schatten gerät.
Dieſe Finſterniſſe genau kennen zu lernen und die Zeit
ihres Eintritts voraus zu berechnen, war in mehr als einer
Hinſicht von der größten Wichtigkeit; wie denn auch gegenwärtig
noch jeder Seefahrer in den Verfinſterungen der Jupiter-Monde
ein vorzügliches Mittel beſitzt, ſich auf bahnloſem Meere zurecht
zu finden. Es galt alſo, zur Zeit als Olav Römer ſeine Be-
obachtungen anſtellte, genau die Zeit nach Minute und Sekunde
vorauszuberechnen, wo ſolch eine Finſternis eintritt.
ihres Eintritts voraus zu berechnen, war in mehr als einer
Hinſicht von der größten Wichtigkeit; wie denn auch gegenwärtig
noch jeder Seefahrer in den Verfinſterungen der Jupiter-Monde
ein vorzügliches Mittel beſitzt, ſich auf bahnloſem Meere zurecht
zu finden. Es galt alſo, zur Zeit als Olav Römer ſeine Be-
obachtungen anſtellte, genau die Zeit nach Minute und Sekunde
vorauszuberechnen, wo ſolch eine Finſternis eintritt.
Die Rechnung an ſich bot keine großen Schwierigkeiten
