Bernstein, Aaron, Naturwissenschaftliche Volksbücher, Bd. 12-16, 1897

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Feuerung, für den beſtimmten Luftzug laut Berechnung und
Theorie anlegt.
Daß dies aber in Wohnhäuſern nicht der
Fall iſt, nicht der Fall ſein kann, das ſieht wohl jeder ein,
und ſomit iſt die Schornſtein-Frage wirklich die verwickeltſte in
der Heizungs-Praxis.
Was die Lehre von dem Luftzuge in den Schornſteinen
ergiebt, das werden wir hier nur kurz berühren.
Ein Schornſtein führt deshalb die Luft aufwärts, weil die
Luftſäule, die ſich in demselben befindet, von unten, vom
Heizraum her erhitzt, ausgedehnt und alſo leichter wird,
während die obere Schicht am Dache kalt, dicht, und alſo
ſchwer iſt.
Die leichte Luſt hat das Beſtreben, nach oben zu
ſteigen und nimmt in dieſem Aufſteigen die Rauchteilchen mit,
welche dem Ofen entſtrömen.
Dieſes Ausſtrömen der Luft
zum Schornſtein hinaus wird um ſo ſchneller vor ſich gehen,
je heißer der Oſen und je kälter die Witterung iſt, weshalb
denn bei hellem, kalten Wetter alle Schornſteine gut ziehen.
Der Zug hängt aber auch von Nebenumſtänden ab, die beim
Bau des Schornſteins wohl beachtet werden müſſen.
Durch
Theorie und praktiſche Verſuche hat man die Schornſteine als
die richtigſten gefunden, welche etwa viermal ſo weit ſind, als
die Öffnung des Ofenrohres, aus welchem der Rauch in den
Schornſtein ſteigt.
Der Schornſtein ſoll z. B. keine Biegungen haben und in-
wendig eine möglichſt glatte Fläche dem Rauch darbieten,
widrigenfalls der Zug ſich ſehr verzögert.
Für alle dieſe
Regeln hat man nun die Rechnungen ganz gut zur Hand,
und wenn man eine beſtimmte Feuerung, einen beſtimmten
Brennraum, ein beſtimmtes Brennmaterial und eine wenigſtens
zum Teil beſtändig gleiche Hitze des Ofens vor ſich hat, ſo
läßt ſich nach dieſen Regeln und Berechnungen die hierzu
nötige Einrichtung des Schornſteins ganz gut angeben.
All’ dies aber läßt uns im Stich, wenn wir auf

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